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Autor: Christophe Er ist berühmt und berüchtigt – der Hamburger Fischmarkt. Für ihn lohnt es sich auch mal, an einem Sonntag Morgen das warme kuschlige Bett zu verlassen, um sich auf die Schnäppchenjagd zu begeben. Seit 1703 wird an jedem Sonntag des Jahres der Fischmarkt in der Nähe der Reeperbahn und der Landungsbrücken veranstaltet. Er war von jeher eine Ausnahme, denn normalerweise durfte am „heiligen Sonntag“ eigentlich nicht gearbeitet werden. Weil aber die Fischer zu diesem Zeitpunkt vom Fischfang wieder heimkamen und die Ware frisch angeboten werden wollte, erhielt der Fischmarkt am Sonntag seinen Platz.
Aber Fisch und andere Meeresfrüchte machen schon lange nicht mehr den Großteil des Marktes aus. Fast alles gibt es hier inzwischen zu kaufen, von der Unterwäsche für Oma bis hin zur Wohnzimmerpflanze ist hier alles erhältlich. Was sich sonst in den Kleinanzeigen Hamburgs tummelt, lässt sich ebenfalls hier finden. Den Charme des berühmten Fischmarktes machen aber die Marktschreier aus, die von sich behaupten, für diesen Job geboren zu sein. Ein Ignorieren des Geschreis erscheint angesichts der Vielzahl von Schreihälsen fast unmöglich. Wer ursprünglich nur ein paar Brötchen ergattern wollte, hat dank der entertainenden Marktschreier noch zwei Brote, eine Salami und andere Beigaben erhalten – und hat selbstverständlich dabei gespart?!
Der Marktplatz ist aber auch ein Ort für alle Leute – selbst die Herrschaften aus den nobleren Wohngebieten am Rande Hamburgs lassen sich vom Charme des Marktes becircen und kommen immer wieder. Für die kulinarischen Höhepunkte sorgen entweder die Restaurants in der unmittelbaren Umgebung und die zahlreiche Imbisse, die auf dem Fischmarkt ebenfalls beheimatet sind. So frisch geräucherten Fisch hat man selten gegessen. Der Besuch des Hamburger Fischmarktes wird auch für Besucher der Stadt ein unvergessliches Erlebnis.
Autor: Christian Die Geschichte von den 13 Elb-Krokodilen
Sommer 1888: Der Dampfer “City of Lincoln” liegt am Hamburger Hafen vor Anker, an Bord 29 ansehnliche Krokodile für
den Hamburger Tierpark Hagenbeck.
Zoologische Gärten sind im 19. Jahrhundert en vogue, Tierparks in Berlin, der Zoo in Frankfurt am Main und eben jener in Hamburg sind in rascher Folge eröffnet worden, jetzt gilt es, die exotischsten Arten anzusiedeln.
In Berlin begnügt man sich zunächst mit Antilopen, Straußen und Elefanten, Frankfurt hat schon verschiedene Raubtiere und, zur allgemeinen Belustigung, ein ganzes Affenhaus.
In Hamburg beschließt man, die Tierwelt von ihrer unheimlichen Seite zu zeigen. Flugs werden die Krokodile bestellt, im August erreicht das Transportschiff die Elbstadt. Am 20.8.1888 macht der Wörter seine Runde, vergisst aber in bester Komödienmanier, die Gatter abzuschließen.
13 verwegene Krokodile entschlüpfen, kaum ist die Luft rein, ihren Käfigen und stürzen sich todesmutig in die Elbe. Ihre 16 verbleibenden Artgenossen beginnen in Kürze ein Leben in Vollpension – von den verwegenen 13 hört und sieht man nie wieder etwas. Wohin hat es sie verschlagen? Wie weit sind sie gekommen?
(Das heißt, zwei Krokodile werden noch einmal gesehen, und es gelingt den tapferen Hamburgern immerhin, eines einzufangen.)
Über den Verbleib der anderen weiß man bis heute nichts. Für ein paar Wochen verhängt die Stadt ein Badeverbot, dann geht man davon aus, dass die Tiere sich aus dem Staub gemacht haben, vielleicht inzwischen an Engländern knabbern.
Von der halsbrecherischen Flucht bleiben wenige Erinnerungen, nur ein alter Schlager besingt die heldenhaften Echsen:
Unten in der Elbe,
da schwimmt ein Krokodil.
Es strampelt mit den Beinen
und weiß nicht, was es will.
Autor: Hafenmeister Die lange Geschichte Hamburgs reicht bis in vorchristliche Zeit zurück, der Name der Stadt rührt von einem Kastell “Hammaburg” her, das zur Sicherung der von Karl dem Großen um 810 n. Chr. errichten Taufkirche diente. Westlich des Alsterufer gründet sich bald eine Handels- und Marktsiedlung. Kaiser Friedrich I., genannt “Barbarossa” legte 1189 durch die Verleihung des Hafenrechts den Grundstein zum Wohlstand der Elb-Stadt.Im Mittelalter wuchs die Stadt zu einem blühenden Handelszentrum heran, als eines der ersten Mitglieder des Kaufmannsbundes Hanse entwickelte sie sich dann endgültig zum wichtigsten Warenumschlags- und Handelsplatz im Norden. Auch international wurde die Stadt bedeutender, der Handel sicherte Einfluss und Wohlstand.
Ab 1510 war Hamburg dann Reichstadt, unterstand zwischenzeitlich sogar der dänischen und französischen Krone, bevor die Stadt 1871 dem Deutschen Reich betrat. Dem Stadtstaat kamen einige glückliche Wendungen der Geschichte zu Gute, so wurde sie im 17. Jahrhundert vom 30-jährigen Krieg verschont, was sie zur damals größten Stadt Deutschlands werden ließ. Heute ist sie sowohl nach Flüche wie Einwohnern hinter Berlin zweitgrößte Stadt in der Republik.
Doch bleib auch Hamburg wie alle größere Städte nicht von größeren Unglücken verschont, neben dem großen Hamburger Brand, der in den drei Tagen vom 5. Mai bis zum 8. Mai 1842 fast ein Viertel der gesamten damaligen Stadtfläche vor allem in der Altstadt zerstört, eine verheerende Choleraepidemie im Sommer 1892, die Bombennächte im Zweiten Weltkrieg 1943 (“Operation Gomorrha”) und die Sturmflut 1962.
Die besondere Lage am Fluss und die fähigen Kaufleute mehrten Reichtum und Einfluss der Stadt, was die prachtvollen Bauten der Stadt und der einzelnen Handelshäuser bis heute eindrucksvoll belegen. Statistisch ist Hamburg die Stadt Deutschlands, in der aktuell die meisten Millionäre leben. Der Hamburger Hafen ist gemessen am Containerumschlag der zweitgrößte in Europa nach Rotterdam, weltweit ist er bis heute die Nummer acht.
Weitere Infos zur Geschichte von Hamburg auf blick-auf-hamburg